Chor aktuell

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Der Domchor am 8. Oktober 2017 beim Konzert in der Stiftsbasilika Waldsassen
Fotos: Dr. Christian Klenk

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Auftritt der Jugendkantorei beim Eichstätter Altstadtfest
Die Jugendkantorei singt am Samstag, 1. Juli 2017 im Rahmen des Kulturprogramms zum Eichstätter Altstadtfest ein 30-minütiges Chorkonzert. Im Treppenhaus der Eichstätter Residenz (Landratsamt) erklingt Chormusik aus dem aktuellen Konzertprogramm, darunter geistliche und weltliche Chormusik von Mendelssohn Bartholdy, Schumann, Chilcott und Gershwin. Die Leitung hat Domkapellmeister Christian Heiß, am Klavier begleitet Bastian Fuchs, Assistent des Domkapellmeisters. Das Konzert beginnt um 17.30 Uhr, der Eintritt ist frei.

Chorfahrt der Jugendkantorei nach Bamberg

Drei Tage lang war die Jugendkantorei des Eichstätter Doms am vergangenen Wochenende zu einem Chortreffen in Bamberg und ist mit großartigen Eindrücken nach Eichstätt zurückgekehrt. Anlass war das Chorfest „Pueri Cantores - Junge Menschen singen ihren Glauben“, zu dem sich auf Einladung der Bamberger Dommusik 270 junge Sängerinnen und Sänger aus Eichstätt, Speyer, Würzburg und Bamberg trafen. Auf dem Programm standen musikalisch gestaltete Mittagsgebete in Bamberger Kirchen, sowie ein gemeinsames Konzert und ein Gottesdienst im jeweils voll besetzten Kaiserdom. Dass die Knaben- und Mädchenchöre sich gut verstanden, zeigte sich im gemeinsamen Singen und Feiern. In der Messfeier wurde die Missa „Fidem cantemus“ des Eichstätter Domkapellmeisters Christian Heiß gemeinsam mit Blech-Bläsern der Bamberger Philharmoniker und Domorganist Markus Willinger an der Domorgel aufgeführt. Eigens für das Chorfest hat Heiß die Chormotette „Ich bin der wahre Weinstock“ komponiert, die im Konzert erfolgreich uraufgeführt wurde.
Die Leiter der vier teilnehmenden Chöre wollen das Chorfest in naher Zukunft andernorts wiederholen.

Fotos: Eichstätter Dommusik

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Porträt der Chöre der Dommusik im Kulturkanal Ingolstadt

Heike Haberl, Redakteurin des Kulturkanals Ingolstadt, hat vor Weihnachten drei Chorgruppen der Dommusik besucht, zugehört und interviewt.
Das halbstündige Portrait von Domchor, Jugendkantorei und Schola Gregoriana wurde am Freitag, 6. Januar 2017 über Radio IN auf dem Ingolstädter Kulturkanal gesendet und ist hier nachzuhören.

Kulturkanal Ingolstadt, Heike Haberl

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Die Jugendkantorei war bei den Hl. Rock-Tagen in Trier eingeladen

Die Jugendkantorei war auf Einladung der Trierer Dommusik vom 8.-10. April 2016 zu den Hl.-Rock-Tagen in Trier. Den Eröffnungs-Gottesdienst am Freitag Nachmittag mit Bischof Dr. Stephan Ackermann hatte der Chor unter Leitung von Domkapellmeister Christian Heiß musikalisch mitgestaltet. Am Ende des Gottesdienstes durften die jugendlichen Sängerinnen und Sänger gemeinsam mit Bischof Ackermann und dem Liturgischen Dienst in die Hl.-Rock-Kapelle einziehen. Dort wird die Reliquie aufbewahrt, die Fragmente der Tunika Jesu Christi enthalten soll. Eine außergewöhnliche Erfahrung war für die Eichstätter Sängerinnen und Sänger das Wandelkonzert am darauf folgenden Abend. Unter dem Titel "Das große Abendlob" fanden an drei Orten jeweils halbstündige, von geistlicher Musik geprägte Konzerte statt. Der Trierer Kathedral-Jugendchor sang im Dom, in der benachbarten Liebfrauenkirche die Jugendkantorei und in der evangelischen Konstantins-Basilika kam Orgelmusik zur Aufführung. Die Konzerte wurden dreimal hintereinander dargeboten. Die Zuhörer konnten von Ort zu Ort wandeln und hatten so die Möglichkeit alle Konzerte zu besuchen. Die Jugendkantorei sang unter anderem Werke von Victoria und Mendelssohn Bartholdy, außerdem wurde eine Vertonung von Christian Heiß erstaufgeführt, die das Motto der Hl.-Rock-Tage "Vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat" mit einem Text zum Jahr der Barmherzigkeit verband. Der Pontifikalgottesdienst am Sonntag stand ganz im Zeichen des vor 1700 Jahren geborenen Hl. Martin, der im Laufe seines Lebens mehrmals in Trier war. Gemeinsam mit dem Trierer Chor und den Dombläsern sangen die Eichstätter die Missa Pueri Cantores Treverensis von Christian Heiß, die im letzten Jahr beim Deutschen Chorfest "Pueri Cantores" von 3000 Jugendlichen in Trier uraufgeführt wurde.

Fotos: Pressestelle Bistum Trier

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Weihnachtskonzert für Papst em. Benedikt XVI.

Im Rahmen ihrer Fahrt zum 40. Internationalen Pueri-Cantores-Festival hatte die Jugendkantorei die Ehre, dem Heiligen Vater Benedikt XVI., Papst emeritus ein Privatkonzert zu singen. Domkapellmeister Heiß hatte den Bruder des Heiligen Vaters, Domkapellmeister em. Georg Ratzinger im Herbst besucht und gemeinsam entstand die Idee für dieses Konzert. Am 30.12.15 war es so weit und die 38 Jugendlichen, die erst am Tag zuvor von dem großen Ereignis erfuhren, kamen mit ihrem Leiter, Assistent Maximilian Pöllner und weiteren Begleitpersonen des Chores in den Vatikan und sangen in der Palazzina Leone XIII., dem Zentrum von Radio Vatikan, ein einstündiges Weihnachtskonzert für den emeritierten Papst, seinen Bruder, weiteren Ehrengästen und der päpstlichen Hausgemeinschaft. Der Chor sang unter anderem einige Stücke aus den "Ceremony of carols" von Benjamin Britten, Werke von Brahms, Mendelssohn Bartholdy, Kodaly, sowie einige Weihnachtsliedsätze von Christian Heiß. Am Ende des offiziellen Programms erklang "O du fröhliche" im Chorsatz von Georg Ratzinger. Der Papst bedankte sich herzlich und sagte: "Sie haben uns Weihnachten neu ins Herz gesungen". Domkapellmeister Heiß überreichte ein Bild des Chores aus dem Eichstätter Dom. Georg Ratzinger unterhielt sich nach dem Konzert angeregt mit den Jugendlichen und lobte ihre Leistung. Die waren erfüllt von der Begegnung und sind sich dessen bewusst, dass dies ein einmaliges Erlebnis war.

Foto1: Marco Schneider - Donaukurier
Übrige Fotos: Dr. Christian Klenk



Video: Donaukurier 30.12.2015 - Marco Schneider

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Chorfahrt der Jugendkantorei zum Internationalen Chorfestival "Pueri Cantores" nach Rom
28.12.2015 - 1.1.2016

Die Jugendkantorei war über den Jahreswechsel 2015/16 beim 40. Internationalen Pueri-Cantores-Festival in Rom.
Fast 6000 Jugendliche Sängerinnen und Sänger aus aller Welt trafen sich um gemeinsam zu feiern und zu singen. Das Gebet für den Frieden auf der Welt stand dabei wie bei allen Pueri-Treffen im Mittelpunkt. Der offizielle Beginn war die Eröffnungsfeier in der Audienzhalle am 28.12.2015, wo sich alle Teilnehmer zum ersten Mal trafen und gemeinsam sangen. Dass verschärfte Sicherheitskontrollen diese Tage begleiten sollten, wurde den Eichstättern erstmals vor der Eröffnungsfeier bewusst. Über zwei Stunden Geduld beim Anstehen an den Sicherheitsschleusen war gefordert, bis man am Ort des Geschehens war.
Wiederkehrende Elemente bei den Pueri-Cantores-Treffen sind die Nationalgottesdienste, Friedensgebete und Konzerte einzelner Chöre. Auch die Jugendkantorei nahm an diesen Veranstaltungen teil. Der Nationalgottesdienst fand in der Basilica dei Santi XII Apostoli
statt, ebenso das Friedensgebet, wo Domkapellmeister Heiß die musikalische Leitung übernahm. Außerordentlicher Programmpunkt, aber sicher der Höhepunkt der Reise war ein Privatkonzert für den emeritierten Papst Benedikt XVI. und seinen Bruder Domkapellmeister em. Georg Ratzinger im Vatikan. Die Jugendkantorei machte dem Papst ein nachträgliches Weihnachtsgeschenk und sang eine Stunde Weihnachtschormusik. Allen wird diese Begegnung unvergesslich in Erinnerung bleiben. Ein Benefizkonzert in der S. Maria dell’Anima in der Nähe zur Piazza Navona schloss sich diesem Konzert unmittelbar an. Vier deutsche Chöre führten ihr jeweiliges Programm auf, bevor man abschließend gemeinsam deutsche Weihnachtslieder sang. Die Audienz mit Papst Franziskus am Silvestertag war sehr eindrücklich, auch wenn aufgrund fehlender Übersetzung kaum ein Wort zu verstehen war. Den Jahreswechsel beging der Chor auf dem Petersplatz, was für alle ein außergewöhnliches Erlebnis war. Am Neujahrstag sangen die Pueri Cantores im Papstgottesdienst in St. Peter. Dabei wurde unter anderem auch Chormusik des früheren Domkapellmeisters Wolfram Menschick aufgeführt. Eine unserer Sängerinnen, Maria Habisch, durfte die deutsche Fürbitte in diesem weltweit übertragenen Gottesdienst vortragen. Eichstätter Sternsinger hatten außerdem die Ehre, die deutschen Sternsinger zu vertreten. Zum Gesamtprogramm gehörte auch die Besichtigung wesentlicher Sehenswürdigkeiten, etwa des Forum Romanum, der Priscilla-Katakomben, von St. Paul vor den Mauern usw. Viele Chormitglieder waren erstmals in Rom und entsprechend überwältigt von Größe und Schönheit der ewigen Stadt. Mit unvergesslichen Eindrücken machte sich der Chor am späten Abend des Neujahrstages müde, aber erfüllt wieder auf den Heimweg nach Eichstätt.

Fotos: Dr. Christian Klenk

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Jugendkantorei - Aufnahme neuer SängerInnen
Im Kapitelsamt zum Christkönigssonntag, 22.11.2015, wurden zehn Sängerinnen und Sänger neu in die Jugendkantorei aufgenommen.
Domdekan Willibald Harrer wünschte den acht Mädchen und zwei Jungen viel Freude beim Chorsingen und überreichte gemeinsam mit Domkapellmeister Christian Heiß die Aufnahmeurkunde und das Jugendkantoreiemblem.

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Konzert der Schola Gregoriana in Herrieden - Bericht vom 19.05.2015 in der Fränkischen Landeszeitung


Jubelgesang in wunderbarer Klangfülle
Die Eichstätter „Schola Gregoriana" begeisterte beim Stiftsbasilikakonzert

Die „Schola Gregoriana", ein hoch angesehenes Ensemble der Eichstätter Dommusik, war unter der Leitung von Domkapellmeister Christian Heiß in der Reihe der Stiftsbasilikakonzerte in Herrieden zu Gast. Frühchristliche „Marianische Gesänge" bildeten das Kernstück des beeindruckenden Konzertabends.

Ergänzt wurden die gregorianischen Klänge durch moderne gesangliche Retrospektiven in vergleichbarem Stil des französischen Komponisten Henri Büsser (1872 bis 1973), durch eine hoch polyfone Klangvariante des Oberpfälzer Komponisten Franz Biebl und durch eine meditative Eigenkomposition von Chorleiter Heiß. Von Maximilian Pöllner virtuos dargebotene Orgelintermezzi mit komplexen Improvisationen rundeten das tief berührende Programm ab.

Die „Schola Gregoriana" lebt von der Qualität ihrer harmonisch verwobenen, hervorragend ausgebildeten Männerstimmen. Im A-cappella-cantus und planus-Stil - bei diesem Konzert fast ganz auf die Rezitativ-und Versus-Passagen verzichtend besticht das elfköpfige Ensemble durch seine dezente, feierliche Melodik mit hohem Ambitus und durch seine äußerst variable Tonalität. Getragen von einfühlsam jubelnden Tenören, in gregorianischer Zeit als Widerspiegelung des Gesangs der Engel gepriesen, ließen die Sänger eine ruhig meditative, ganzheitliche Empfindung erwachsen. Diese erfüllte den sakralen Raum der Stiftsbasilika mit religiösem Zauber.

Ein homophon vertonter Text aus Psalm 139 - das „Resurrexi" (Ich bin auferstanden) - eröffnete, in gleichförmiger Harmonie vorgetragen, als österliches Hoffnungslied das Programm. Die folgende lyrische, dramatische Ostersequenz „Victimae paschali laudes" (Lobet alle den Sieg des Lebens über den Tod) setzte die Lobgesänge fort.

Eine wunderschöne Folge sehr alter Marienhuldigungen brachte die Gottesmutter als eine der Zentralgestalten katholischer Religiosität zum Erstrahlen: „Sie werden an deinem Bild beten", „Gegrüßet seist du, Maria", „Sei gegrüßt, o Königin, Mutter der Barmherzigkeit" und andere erhebende Gesänge erklangen in lateinischer Hochsprache.

Als Zwischenspiel zelebrierte Pöllner mit hoher Ausdruckskraft an der Orgel „Marche de Fete" (Festliches Ereignis), ein Meisterstück Henri Büssers. Wuchtige, polyphone Orgelpleni im Wechsel mit weich registrierten, kantablen Passagen ließen deutliche Parallelen erahnen zum gregorianischen Versus-Schola-Gesang. Auch das „Scherzo" für Orgel des von Geburt an blinden französischen Komponisten Gaston Litaize war ein von Pöllner mit virtuoser Leichtigkeit dargebotener Genuss.

Ein außergewöhnliches Klangerlebnis boten die Improvisationen des Organisten: In reicher, variabler Registrierung, freiheitlich korrespondierend und kontrapunktierend, mit gravitätisch vollgriffigen Akkorden, fugenartiger Bearbeitung, sich von zarter Melodik zu wuchtigem Organo pleno aufschwingend, erntete Pöllner fasziniertes Staunen der Gäste.

Christian Heiß war seinen Sängern ein umsichtiger, feinsinniger, konzentrierter und doch unauffälliger Leiter. In seiner vierstimmigen Eigenkomposition „Sagt an, wer ist doch diese, die auf am Himmel geht" entfalteten sich die klangvollen Männerstimmen - vom Grundthema ausgehend - zur einfühlsamen, klangvollen Polyphonie.

Das Programm der „Marianischen Gesänge" endete mit einem Jubelgesang in wunderbarer Klangfülle. Das siebenstimmige „Angelus Domini" von Franz Biebl lehnte sich stark an die ursprüngliche, gregorianische Form mit Versus-, Rezitativ- und Scholagesang an. Feinsinnig i-teragierend und mit höchster, harmonisch abgestimmter Reinheit erfüllte "Angelus Domini nuntiavit Mariae" (Der Engel des Herrn brachte Maria die Nachricht) den Kirchenraum, wiederholt unterbrochen vom innigen „Ave Maria" aus der katholischen Liturgie.

Aus dem begeisterten Beifall der sehr zahlreichen Zuhörer erwuchs eine Zugabe: Ein Segenswunsch, „O Gott, unser Herr, sei du unser Führer, sei du unsere Hilfe" durchdrungen vom stimmlich wunderbar gestalteten Glockenmotiv des Londoner Big Ben, begleitete die Gemeinde in den Abend.
VOLKER SCHMIDT

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Eindrücke vom Workshop-Konzert mit dem Vokalensemble "Voces8"
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Musikfest Eichstätt 2015" fand am 7. Mai 2015 ein Workshop mit dem international renommierten Spitzen-Vokalensemble "Voces8" statt, an dem die Jugendkantorei am Eichstätter Dom und der große Chor des Gabrieligymnasiums Eichstätt teilnahmen. Ein gemeinsames Konzert mit allen Ensembles bildete den Abschluss des Workshop-Tages.

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Die Jugendkantorei auf katholisch.de
Im Zusammenhang mit der Einführung des neuen Gotteslobs werden im Auftrag des Verbands der Diözesen Deutschlands VDD alle Lieder des neuen Gotteslob-Stammteils in mehr als 300 Videoclips aufgenommen.
Beauftragt wurden 41 Chöre des Deutschen Chorverbands "Pueri Cantores", dem katholische Kinder- und Jugendchöre in Deutschland angehören. Auch die Jugendkantorei am Eichstätter Dom hat fünf Lieder zugeteilt bekommen, die 2014 im Eichstätter Dom von dem Fernsehredakteur Benjamin Krysmann im Auftrag des VDD aufgezeichnet wurden.
Die Videos sind unter www.katholisch.de oder www.kirche.tv zu sehen.

Folgende Liednummern wurden aufgezeichnet:
GL 195 Heilig
GL 289 O Haupt voll Blut und Wunden
GL 295 O Traurigkeit, o Herzeleid
GL 382 Ein Danklied sei dem Herrn
GL 523 O Maria, sei gegrüßt

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„De profundis clamavi“ – ein Passionskonzert der Jugendkantorei am Eichstätter Dom - Bericht von Florian Mayer

Die Jugendkantorei gab am Sonntag, 15. März 2015 im Eichstätter Dom ein Passionskonzert mit Werken von Schütz, Bach, Rheinberger und Dupré bis hin zu zeitgenössischen Komponisten. Im Vordergrund standen Stücke, die die in der Fastenzeit typischen Themen wie etwa Klage, Leid, Verzweiflung, Buße und Hoffnung symbolisierten. Für die Zuhörer ein vorösterlicher musikalischer Hochgenuss, der auch Raum zur Besinnung gab.

Wir leben in einer Zeit, in der Gewalt, Terror und Vertreibung längst zu den alltäglichen medialen Lebensbegleitern zählen. Eine Möglichkeit, Klage und Leid auszudrücken bietet natürlich die Musik. In vielen Epochen der Musikgeschichte haben sich Komponisten mit dieser Thematik auseinandergesetzt und sie in zumeist tief berührende Musik gewandelt. So bildete der 130. Psalm „De profundis clamavi“ („Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir“), der schon seit der Renaissance viele Großmeister wie etwa Josquin Desprez und Orlando di Lasso zu Kompositionen anregte, das Motto des Konzerts: österliche Verheißung, Bitte um Erlösung, grenzenlose Liebe und Hoffnung auf eine endgültige Zukunft im Paradies. Mit diesen einleitenden Gedanken eröffnete Domkapellmeister Christian Heiß das Passionskonzert im Dom.
Zu Beginn stand – ähnlich wie in Gottesdiensten – ein Kyrie von Hugo Hammarström. Bereits hier demonstrierte der Chor, dass man auch mit ausschließlich Oberstimmen ein beeindruckend feines und klares Klangbild erzeugen kann. Nachdem die harmonischen Klänge Hammarströms verklungen waren, sangen die jungen Sängerinnen und Sänger ein Werk von Piotr Jañczak, welches den gleichnamigen Titel des Konzerts „De profundis“ trägt. Sehr deutlich ließen sich bei diesem Werk die Motive der menschlichen Verzweiflung sowie das aufgeregte Flehen eines verbit-terten Sünders, der auf Vergebung hofft, erkennen. Auffälligerweise endete dieses Stück mit dem schlichten Wort „Domine“ (lat.: „Oh, Herr!“), was auf Verzweiflung, aber gleichzeitig auch auf Hoffnung nach Vergebung hindeutet.
Einen ersten Höhepunkt im Programm bildeten die Partite diverse „Ach, was soll ich Sünder machen“ von Johann Sebastian Bach. Immer im Wechsel warfen sich die Ausführenden gegenseitig den musikalischen Spielball zu: Auf der einen Seite der Chor zusammen mit dem sogenannten Continuo (Violoncello und eine kleine Truhenorgel) und auf der anderen Seite Domorganist Martin Bernreuther, der mit einer klaren durchsichtigen Orgelregistrierung stilecht überzeugte. Ebenso stilgetreu begleiteten Martina Semmlinger-Menschick am Violoncello und Maximilian Pöllner an der Truhenorgel die Jugendkantorei. Auch wenn der Begleitung, dem Continuo, zumeist weniger Aufmerksamkeit geschenkt wird als den Hauptakteuren eines Konzerts, ist dieser durchaus komplexe Part jedoch keinesfalls minder zu würdigen, da ohne eine solche Begleitung manches Stück an vielen Stellen an Wirkung verlieren würde. Zwischen Bachs Partiten sang der Chor die entsprechenden Choralstrophen. Ganz entgegen den Leid- und Verzweiflungsmotiven wirkte das Stück „I was glad when they said unto me“ für Chor und Orgel von Douglas Coombes: hier machte sich hörbar beschwingte Freude und Hoffnung breit, was den Text des 122. Psalms, der ebenfalls seinen festen liturgischen Platz in der Fastenzeit hat, deutlich unterstreicht.
Den zweiten Höhepunkt des Passionskonzerts stellte das Orgelsolostück „Crucifixion“ von Marcel Dupré aus seiner Symphonie-Passion (op. 23) dar. Auch hier bewies Domorganist Bernreuther, dass er es versteht, ein Publikum in den faszinierenden Bann der Musik zu ziehen. In diesem Stück kleidete Dupré die komplette Leidensgeschichte Jesu in Musik. Angefangen vom Leidensweg über das Fallen Jesu und Simon von Kyrene, der beim Tragen des Kreuzes half, bis hin zu den Hammerschlägen der Kreuzigung und das Zusammenfallen des toten Körpers ließ sich bei genauerem Hinhören jedes Detail in der Musik wiederfinden. Es folgten zwei weitere Chorwerke von Damijan Močnik und John Ireland, die mit ihrem fast schon sphärischen Klang erneut die Symbole der Hoffnung wiedergeben. Auch hier bewies der junge Chor unter der Leitung von Domkapellmeister Heiß wieder äußerste Professionalität in Intonation, Ausdruck und Dynamik. Abschließend folgten vier Sätze aus Giovanni Battista Pergolesis „Stabat mater“, welche zu guter Letzt nochmal von Violoncello und Truhenorgel begleitet wurden. Nach Pergolesis „Amen“ wurde dem Publikum für einen Moment die Möglichkeit geboten, innezuhalten, während die Domglocken geläutet wurden.
Mit dem Spendenerlös will die Jugendkantorei ein Bildungsprojekt der Partnerdiözese Gitega in Burundi (Ostafrika) unterstützen. Dort entsteht zur Zeit eine Schule für die Kinder von etwa 4.000 armen Familien. Bisher hatten die Kinder einen Fußweg von 5–7 Kilometern zur nächsten Schule und waren dann teilweise über 50 Kinder in einer Klasse. Durch diese entstehende Schule haben die Kinder nun eine Chance auf einen regelmäßigen Schulbesuch und somit auch auf eine bessere Zukunft.
Dieses gewohnt professionelle Konzert der Jugendkantorei zeigte, dass die Mädchen und Buben des Chores unter entsprechender Leitung von Domkapellmeister Heiß durchaus in der Lage sind, bereits in ihrem Alter ein Publikum mit feinsten Chorklängen zu begeistern und über die Musik die Botschaft, die hinter den Stücken steht, zu vermitteln: Der arme verbitterte Sünder will Buße tun und erhofft sich sehnlichst Erlösung. Auf die heutige Zeit bezogen könnte man festhalten: An dem, was uns selbstverständlich ist, fehlt es in vielen armen Ländern; zum Beispiel die Möglichkeit elementarer Bildung für Kinder und Jugendliche. Mit gemeinsamer Kraft kann man überall etwas verändern und helfen.

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Chöre der Dommusik bei den 38. Nürnberger Kirchenmusiktagen
Der Eichstätter Domchor und die Schola Gregoriana des Eichstätter Doms waren bei den 38. Nürnberger Kirchenmusiktagen im Oktober 2014 eingeladen. Zum Auftakt der Reihe sang der Domchor im Festgottesdienst in der Frauenkirche am Nürnberger Hauptmarkt unter anderem die Missa octo vocum von Hans Leo Hassler. Die Schola Gregoriana gestaltete gemeinsam mit Maximilian Pöllner an der Orgel ein Konzert in der St. Klara Kirche mit Orgelimprovisationen und gregorianischen Gesängen.

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Bild-Impressionen vom Sommerkonzert des Eichstätter Domchors in der Notre Dame Eichstätt am 26. Juli 2014

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Konzert des Domchors in Herrieden - Besprechung in der Fränkischen Landeszeitung von Volker Schmidt

Hervorragend abgestimmte Gesangshomogenität

Christian Heiß erwies sich als dezenter und sicherer Dirigent -Virtuose Darbietungen von Markus Rupprecht an der Orgel
Der Eichstätter Domchor zog im Rahmen der Stiftsbasilika-Konzerte die zahlreich erschienenen Zuhörer in seinen Bann


HERRIEDEN -Mit seinem Programm "Cantate Domino –Singet dem Herrn ein neues Lied" zog der Eichstätter Domchor im Rahmen der Herrieder Stiftsbasilika-Konzerte die überaus zahlreich erschienenen Zuhörer schon vom ersten Stück an in seinen Bann. In bis zu achtstimmigen Chorkompositionen aus fast allen Stilepochen der Vokalpolyphonie . bewiesen die zirka 40 Sängerinnen und Sänger ihre ausgezeichnete Stimmqualität und ihre hervorragend abgestimte Gesangshomogenität.
Die ausgezeichneten akustischen Eigenschaften des Chorraumes der Herrieder Stiftsbasilika trugen zusätzlich dazu bei, den Eichstätter Domchor als beglückenden Gesamtklangkörper in Erscheinung treten zu lassen. Mit machtvoller, bis ins Forte ausgreifender Fülle, aber auch mit sanft gefühlvoller Inbrunst im Pianissimo moduliert, verlieh das Ensemble den einzelnen sakralen Werken eine außergewöhnliche Strahlkraft.
Kraftvolle, höhensichere Sopranstimmen, niemals überdominierend, ein weicher Alt mit milder Mezzo-Färbung, sonore Bassstimmen in gregorianischer Klarheit und ausgewogen im Hintergrund stabilisierende, saubere Tenöre, verwoben sich zu beeindruckenden A-cappella-Gesängen der Extraklasse. Domkapellmeister Christian Heiß erwies sich als dezenter, sicherer Dirigent mit viel Sinn für sauberste Intonation und feinsinnige Modulation, so dass Chor und Meister zu kongenial virtuosen Partnern verschmolzen.
Markus Rupprecht an der Orgel, hauptamtlicher Assistent am Eichstätter Dom, verstand es, mit der "Toccata undecima" - einem dreisätzigen, stark von den Manualen beherrschten Orgelsolo von Georg Muffat -die andächtige Besinnlichkeit der Zuhörer noch zu vertiefen. In seiner "Toccata aus der Suite op.5" von Maurice Duruflé zeigte der Organist in Atem beraubenden Manualläufen und mächtigen, aufwühlenden "Organo-pleno-Akkorden -die stille Andächtigkeit fast etwas kontrakarierend -seine Qualitäten an der Königin der Instrumente.
Mit Stücken von Claudio Monteverdi und Giovanni Pierluigi aus der italienischen Renaissance, einem Barockwerk von Heinrich Schütz und Chorsätzen aus der Romantik von Anton Bruckner, Edvard Grieg und Felix Mendelssohn Bartholdy blickte der Chor überzeugend und voll Harmonie in die polyphone Gesangeskunst der alten Musik zurück. Aber auch die souveräne Interpretation zeitgenössischer Chorbeiträge, unter anderem von Morten Lauridsen, Ola Gjeilo, Peter PIanyavsky und Knut Nystedt unterstrich die hohe Professionalität des Eichstätter Domchores. Wen wundert es da, dass der begeisterte SchIussappIaus der Zuhörer kein Ende nehmen wollte und vom Ensemble noch mit einem feinsinnig dargebotenen norwegischen Abendlied als Zugabe belohnt wurde.
Volker Schmidt

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